Zecken befallen zwar in erster Linie Tiere, können sich aber auch von menschlichem Blut ernähren und manchmal Krankheiten wie die Lyme-Borreliose übertragen. Wenn Sie von diesem parasitären Insekt gebissen werden, ist es wichtig, richtig und schnell zu handeln. Keine Panik – hier finden Sie die richtigen Maßnahmen und unsere Tipps zur Behandlung.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal, die weiterhin Vorrang hat.
Die wichtigsten Informationen
➡️ Zecken beim Menschen sind parasitäre Milben, die sich von Blut ernähren und mehrere Tage lang an der Haut haften bleiben können.
➡️ Die meisten Zeckenbisse sind harmlos, doch manche können Krankheiten wie die durch Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen.
➡️ Es ist wichtig, die Zecke schnell mit einer Zeckenzange zu entfernen, ohne Alkohol zu verwenden oder mit den Fingern ruckartig daran zu ziehen.
➡️ Achten Sie nach einem Biss auf ungewöhnliche Rötungen, Müdigkeit oder Fieber und suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf.
➡️ Um Bisse zu vermeiden, tragen Sie vorzugsweise lange Kleidung, verwenden Sie ein geeignetes Abwehrmittel und untersuchen Sie Ihre Haut nach einem Spaziergang in einem Risikogebiet.

Der Zeckenbiss beim Menschen
Ein Biss einer Menschenzecke sieht aus wie ein kleiner dunkler Knoten auf der Haut. Seine Größe hängt vom Entwicklungsstadium der Zecke und der Menge des aufgenommenen Blutes ab.
Vor der Blutaufnahme ist die Zecke sehr klein (nur wenige Millimeter). Nach der Nahrungsaufnahme schwillt sie allmählich an und kann die Größe einer Erbse erreichen.
Die am häufigsten betroffenen Körperstellen sind:
- Kopf und Kopfhaut
- Hals
- Achselhöhlen
- Kniekehlen
- Beine
- Rücken
- im Bereich der Taille oder in Hautfalten
👉 Zecken bevorzugen diese Stellen, da die Haut dort dünner oder wärmer ist. So können sie leichter zubeißen.
Wie sticht eine Zecke den Menschen?
Der Zeckenbiss ist in der Regel schmerzlos, da die Zecke beim Biss eine betäubende Substanz injiziert. Meistens merkt man gar nichts davon.
Sobald sie sich festgesetzt hat:
- steckt die Zecke ihren Kopf in die Haut
- sie verankert sich fest mit ihrem Mundwerkzeug
- sie saugt langsam das Blut des Menschen
👉 Die Blutaufnahme kann zwischen 24 Stunden und mehreren Tagen dauern. Während dieser Zeit nimmt die Zecke allmählich an Größe zu.
Nach dem Stich kann eine Hautreaktion auftreten:
- leichte Rötung um die Einstichstelle herum
- leichte Schwellung
- manchmal Juckreiz
- seltener eine stärkere Reaktion, je nach Empfindlichkeit des Organismus
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Der Zeckenbiss beim Baby

Das Vorhandensein einer Zecke bei einem Baby kann für Eltern besonders beunruhigend sein, aber keine Sorge: Die Situation ist in der Regel harmlos, wenn die Zecke schnell entfernt wird. Wie bei Erwachsenen saugt sich die Zecke an der Haut fest, um Blut zu saugen, doch da die Haut von Babys dünner und empfindlicher ist, kann der Biss manchmal eine deutlichere Hautreaktion hervorrufen.
Bei Säuglingen und Kleinkindern saugen sich Zecken oft an warmen und schwer einsehbaren Stellen fest:
- der Kopfhaut
- hinter den Ohren
- am Hals
- in Hautfalten
- unter den Armen
- hinter den Knien
Nach dem Entfernen kann eine leichte Rötung auftreten, was in den meisten Fällen normal ist.
Zum Schutz der Gesundheit des Babys:
- Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich mit einer geeigneten Zeckenzange
- Desinfizieren Sie die Stelle mit einem milden Antiseptikum
- Achten Sie in den folgenden Tagen auf eine sich ausbreitende Rötung oder Fieber
- Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt
Zur Vorbeugung können Sie Ihr Kind bei Spaziergängen in Risikogebieten mit bedeckender Kleidung ausstatten und die Haut nach jedem Ausflug sorgfältig untersuchen.
Die verschiedenen Farben von Zecken
Die Farbe einer Zecke hängt vor allem ab von:
- ihrer Art
- ihrem Entwicklungsstadium (Larve, Nymphe, ausgewachsenes Tier)
- der Tatsache, ob sie sich mit Blut vollgesogen hat oder nicht
Schwarze oder dunkelbraune Zecke
Dies ist die häufigste Farbe. Viele Zecken sind braun bis schwarz, wenn sie sich noch nicht ernährt haben.
Beispiel: Ixodes ricinus, die wichtigste Zecke, die in Europa die Lyme-Borreliose überträgt.
Rote oder rotbraune Zecke
Manche Zecken weisen eine rotbraune Färbung auf, insbesondere bei bestimmten adulten Arten. Diese Färbung kann auch auftreten, wenn die Zecke beginnt, sich mit Blut zu füllen.
Hellgraue oder weißliche Zecke (vollgesogene Zecke)
Nach der Blutmahlzeit schwillt die Zecke an und kann hellgrau, beige oder weißlich werden.
Sie kann dann wie ein kleiner, weicher Ball aussehen, der an der Haut haftet.
Grüne Zecke: selten
Echte grüne Zecken sind in Europa sehr selten. Einige tropische Arten können grünliche Schimmer aufweisen, doch in gemäßigten Zonen ist dies nicht häufig.

Risikogebiete und -zeiten
Zecken kommen vor allem vor in:
- Wäldern und bewaldeten Gebieten
- schlecht gepflegten Gärten
- Feuchtgebieten
- Parks und auf Wanderwegen
- bestimmten sogenannten Endemiegebieten in Europa, Afrika oder Amerika
Sie positionieren sich in der Regel an den Enden von Pflanzen und heften sich fest, wenn ein Mensch oder ein Tier in ihre Nähe kommt. Man kann sich daher bei Spaziergängen, Wanderungen, Picknicks und anderen Aktivitäten im Freien mit ihnen anstecken.
Gut zu wissen: Das Risiko ist höher, wenn Sie in der Nähe eines Naturgebiets oder eines Gebiets wohnen, in dem sich Wildtiere aufhalten.
Zecken können das ganze Jahr über zustechen, vor allem bei milden Temperaturen. Am aktivsten sind sie jedoch vom Frühling bis zum Herbst und zwischen April und September.
Von Zecken auf den Menschen übertragene Risiken und Krankheiten
Ein Zeckenbiss beim Menschen ist meist harmlos, kann jedoch in bestimmten Fällen Krankheitserreger übertragen. Diese Insekten können nämlich Träger von Bakterien, Viren oder Parasiten sein.
Die Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist die bekannteste durch Zecken auf den Menschen übertragene Erkrankung. Sie wird durch ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi verursacht. Nach dem Zeckenstich kann das Bakterium in den Körper eindringen und verschiedene Symptome hervorrufen, die in der Regel einige Tage bis Wochen später auftreten.
Das Hauptsymptom ist das Auftreten einer ringförmigen Hautrötung um die Einstichstelle herum, die als Erythema migrans bezeichnet wird. Diese Rötung kann sich allmählich um den Einstich herum ausbreiten.
Weitere mögliche Symptome sind:
- ungewöhnliche Müdigkeit
- leichtes Fieber
- Kopfschmerzen
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
- allgemeines Unwohlsein
Wie lange dauert es, bis die Lyme-Borreliose übertragen wird?
Die Übertragung der Lyme-Borreliose nach einem Zeckenstich erfolgt nicht sofort.
Das für die Krankheit verantwortliche Bakterium wird in der Regel übertragen, wenn die Zecke lange genug festsaugt, um sich mit Blut zu ernähren.
👉 Das Übertragungsrisiko steigt vor allem nach 24 bis 48 Stunden, in denen die Zecke festsaugt.
In vielen Fällen:
- vor 24 Stunden gilt das Übertragungsrisiko als gering
- zwischen 24 und 48 Stunden steigt das Risiko allmählich an
- nach 48 Stunden wird die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung größer
Gut zu wissen: Der Anteil infizierter Zecken in Frankreich schwankt je nach Region und Jahreszeit zwischen 0 und 20 % (Quelle: INRAE).
Mögliche Komplikationen
Ohne medizinische Behandlung kann der Krankheitsverlauf zu Komplikationen führen, die folgende Bereiche betreffen:
- die Gelenke
- das Nervensystem
- seltener das Herz
👉 Eine frühzeitige medizinische Diagnose ermöglicht dank einer angepassten Antibiotikatherapie eine wirksame Behandlungé.
Wissenswertes: Die Lyme-Borreliose ist nach wie vor relativ selten, und nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Übertragung der Bakterien. Eine Beobachtung nach einem Zeckenstich ist jedoch unerlässlich.
Sollte man Antibiotika verabreichen?

Die Einnahme von Antibiotika nach einem Zeckenstich ist nicht automatisch erforderlich. In den meisten Fällen ist sie nicht notwendig, da nicht alle Zecken Träger von Bakterien sind, die Krankheiten wie die Lyme-Borreliose verursachen.
Eine Antibiotikabehandlung kann von einem Arzt verschrieben werden, wenn:
- ein Erythema migrans auftritt (kreisförmige Rötung, die sich um den Biss herum ausbreitet)
- Symptome auftreten, die auf die Lyme-Borreliose hindeuten (Fieber, ungewöhnliche Müdigkeit, Gelenkschmerzen…)
- der Arzt das Risiko als hoch einschätzt (Endemiegebiet, Zecke, die lange Zeit festsaß)
Andere mögliche Krankheiten
| Krankheit | Mögliche Symptome | Risikostufe |
| Zeckenenzephalitis | Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, neurologische Störungen bei schweren Verläufen. | In Frankreich selten, in Mittel- und Osteuropa häufiger anzutreffen. |
| Pocken | Fieber, Hautausschlag, Müdigkeit, Kopfschmerzen. | Kommt in bestimmten warmen Gebieten vor, insbesondere im Mittelmeerraum. |
| Sonstige bakterielle Infektionen | Unterschiedliche Symptome: Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Hautreaktionen. | Das Risiko variiert je nach Region und Exposition. |
Wie entfernt man eine Zecke bei einem Mann?
Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden.
Die sicherste Methode ist die Verwendung einer Zeckenzange, eines kleinen Hilfsmittels, das in der Apotheke erhältlich ist. Damit lässt sich die Zecke entfernen, ohne ihren Körper zu quetschen. So verringern Sie das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern.
So gehen Sie vor:
- Setzen Sie die Zeckenzange so nah wie möglich an der Haut um den Kopf der Zecke an.
- Drehen Sie vorsichtig, ohne ruckartig zu ziehen, bis sich die Zecke löst.
- Vergewissern Sie sich, dass der Kopf der Zecke vollständig entfernt wurde.
- Desinfizieren Sie die Stelle mit einem geeigneten Antiseptikum, um eine Hautinfektion zu vermeiden.
- Waschen Sie sich nach dem Entfernen gründlich die Hände.
Entfernen Sie die Zecke nicht mit den Fingern, da dies den Hinterleib der Zecke zusammendrücken und das Risiko einer Bakterienübertragung erhöhen kann.


Was man nicht tun sollte
Man sollte nicht:
- Alkohol oder Äther auf die Zecke auftragen
- ein chemisches Mittel oder eine reizende Substanz verwenden
- die Zecke mit einer Wärmequelle verbrennen
- mit den Fingern oder einer herkömmlichen Pinzette ruckartig daran ziehen
Was ist nach dem Zeckenbiss zu tun?
Nachdem die Zecke entfernt wurde, sollte man die Stelle mehrere Tage lang beobachten.
Hier sind die richtigen Maßnahmen:
- die Entwicklung der Haut um den Biss herum beobachten
- das Datum des Bisses notieren, um die Entwicklung der Symptome zu verfolgen
- auf das mögliche Auftreten einer ungewöhnlichen Rötung achten


Was tun, wenn ich keine Zeckenzange habe?
Wenn Sie keine Zeckenzange haben, können Sie zur Not eine feine Pinzette oder einen Faden verwenden.
Setzen Sie die Zeckenzange so nah wie möglich an der Haut am Kopf der Zecke an und ziehen Sie dann vorsichtig und gleichmäßig, ohne den Körper der Zecke zu zerdrücken. Desinfizieren Sie die Stelle nach dem Entfernen der Zecke mit einem Antiseptikum. Vermeiden Sie die Verwendung von Alkohol, Öl oder Chemikalien sowie das Verbrennen der Zecke, da dies das Risiko einer Bakterienübertragung erhöhen kann.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie Folgendes beobachten:
- das Auftreten eines wandernden Erythems, d. h. einer kreisförmigen Rötung, die sich allmählich um die Einstichstelle herum ausbreitet
- Fieber einige Tage oder Wochen nach dem Biss
- ungewöhnliche Müdigkeit
- Gelenk- oder Muskelschmerzen
- eine starke Hautreaktion (Schwellung, ausgedehnte Rötung, anhaltende Reizung)
- eine ungewöhnliche Entwicklung des Bisses (ungewöhnliche Schmerzen, starke Entzündung, anhaltende Symptome)
- den Verdacht, dass der Kopf der Zecke nach dem Entfernen in der Haut zurückgeblieben ist
Diese Anzeichen können manchmal auf eine durch die Zecke übertragene Infektion hinweisen, wie beispielsweise die Lyme-Borreliose. Eine ärztliche Diagnose ermöglicht es dann, bei Bedarf eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Wie lassen sich Zeckenbisse beim Menschen vermeiden?
Hier sind einige einfache Maßnahmen, um sich vor Zeckenbissen zu schützen:
| Lage | Bewährte Verfahren |
| Bei Spaziergängen oder Wanderungen | Tragen Sie bedeckende Kleidung (lange Hosen, lange Ärmel), bevorzugen Sie helle Kleidung, untersuchen Sie Ihren Körper nach dem Aufenthalt im Freien |
| Hautschutz | Verwenden Sie ein geeignetes Insektenschutzmittel, tragen Sie lange Kleidung und überprüfen Sie die Haut Ihrer Kinder nach Aktivitäten im Freien |
| Vorsicht nach der Wanderung | Kopf, Hals, Achselhöhlen, Kniekehlen und den Bereich um die Taille untersuchen |
| Risiken in der Umwelt begrenzen | Vermeiden Sie es, durch hohes Gras zu laufen, bleiben Sie auf den Wegen und legen Sie sich nicht direkt ins Gras |
| Gartenpflege und Tierhaltung | Den Rasen regelmäßig mähen, den Garten pflegen, Haustiere (Hunde, Katzen) auf Zecken untersuchen |
FAQ
Wo setzen sich Zecken beim Menschen fest?
– am Kopf und auf der Kopfhaut
– hinter den Ohren
– am Hals
– unter den Armen
– hinter den Knien
– in der Leistengegend oder um die Taille herum
– am Rücken
Wie lange bleibt eine Zecke am Menschen haften?
Darf man einen Zeckenkopf drin lassen?
Wenn der Kopf der Zecke in der Haut verbleibt, kann dies zu einer lokalen Entzündung, einer kleinen Hautinfektion oder einem hartnäckigen Pickel führen. In den meisten Fällen stößt der Körper dieses kleine Fragment schließlich auf natürliche Weise ab, doch es wird empfohlen, die Stelle zu desinfizieren und den Verlauf zu beobachten. Wenn eine starke Rötung, Schmerzen oder eine Schwellung auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Wie kann man feststellen, ob man von einer Zecke gebissen wurde?
– eine ungewöhnliche Rötung um die Bissstelle herum
– ungewöhnliche Müdigkeit
– Fieber
– Muskel- oder Gelenkschmerzen
– allgemeines Unwohlsein
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, suchen Sie einen Arzt auf.
Was ist das erste Anzeichen einer Lyme-Borreliose?
Man spricht dabei von einem wandernden Erythem.