In Frankreich gibt es fast tausend Wespenarten mit sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen. Einige leben in Kolonien, andere sind Einzelgänger, und viele sind völlig harmlos. Hier finden Sie einen praktischen Leitfaden, um die wichtigsten Wespenarten in Ihrer Umgebung zu erkennen. Erfahren Sie außerdem, wie Sie sie von einer Biene oder einer Hornisse unterscheiden und ihre Nester erkennen können, um zu wissen, wie Sie reagieren sollten.
Zusammenfassung
➡️ Eine Wespe erkennt man an ihrem glatten Körper, ihrer schlanken Taille und ihrer gelb-schwarzen Färbung.
➡️Es gibt soziale Wespen, die in Kolonien leben, und Einzelgängerarten.
➡️Die Nester können je nach Art aus Papier oder Erde bestehen oder direkt im Boden angelegt sein.
➡️Eine Wespe kann mehrmals stechen.
➡️Eine einzelne Wespe ist selten gefährlich. Das Risiko steigt vor allem in der Nähe eines Nestes sozialer Wespen.
Wie erkennt man eine Wespe?
Hier sind die Merkmale, anhand derer man eine Wespe erkennen kann:
- eine schlanke Silhouette zwischen Brust und Hinterleib (die berühmte „Wespentaille“);
- je nach Art misst sie in der Regel zwischen 1 und 2 cm;
- ein glatter, fast unbehaarter Körper;
- deutlich ausgeprägte gelbe und schwarze Streifen, auch wenn manche Arten vollständig schwarz sind;
- zwei lange, bewegliche Fühler;
- durchsichtige Flügel, die im Ruhezustand am Körper anliegen;
👉Der Begriff „Wespe“ bezeichnet mehrere Arten von Hautflüglern, die meist zur Gattung Vespula gehören. Sie sehen nicht alle gleich aus. Manche sind sehr leicht zu erkennen, wie beispielsweise die Polisterwespen mit ihren langen Beinen im Flug.
Welche Hauptarten von Wespen gibt es?

Die Gemeine Wespe
Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) ist eine der am weitesten verbreiteten Wespenarten. Sie ist gelb-schwarz, wird zwischen 12 und 17 mm groß und lebt in Kolonien.
Sie baut ihr Nest in der Regel unter einem Dach, in einer Mauer, in einem hohlen Baum oder manchmal auch im Boden. Im Spätsommer fühlt sie sich besonders von zuckerhaltigen Lebensmitteln angezogen.
Die Deutsche Wespe
Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) ist der Gemeinen Wespe sehr ähnlich, jedoch etwas schwieriger zu erkennen. Fachleute unterscheiden sie insbesondere anhand der kleinen schwarzen Punkte auf ihrem Gesicht.
Ihr Verhalten ist ähnlich: Sie lebt in Kolonien, baut ein Nest aus Papier und hält sich gerne in Gärten, auf Terrassen und an Picknickplätzen auf.


Die Polistenwespe
Die Polistenwespe (Polistes dominula) ist schlanker als andere soziale Wespen. Ihre langen Beine bleiben beim Fliegen sichtbar.
Auch ihr Nest unterscheidet sich deutlich: Es ist offen, hat keine äußere Hülle und bleibt oft klein. Man findet es unter einer Dachkante, einem Balkon, einem Fenster oder einem Gartenhäuschen.
Die Polistes-Wespe wird weniger von Lebensmitteln angezogen als gewöhnliche Wespen.
Die Mauerwespen oder Töpferwespen
Die Mauerwespen, auch Töpferwespen genannt, leben einzeln und bilden keine Kolonien. Sie bauen kleine Nester aus Erde oder Lehm, die oft an einer Wand, einem Fenster oder unter einem Dachvorsprung befestigt sind. Sie sind sehr unauffällig, jagen Raupen oder Spinnen, um ihre Larven zu ernähren, und stechen Menschen so gut wie nie.


Die Erdwespe
Der Begriff „Erdwespe“ bezeichnet mehrere Arten, die ihre Nester direkt im Boden anlegen und dabei manchmal einen alten Bau oder eine natürliche Höhle wiederverwenden. Man bemerkt sie oft, wenn sie in großer Zahl aus demselben Loch ein- und ausfliegen.
Die Einzelwespe
Wie ihr Name schon sagt, lebt die Einzelwespe allein und baut ihr eigenes Nest. Sie schützt kein Volk und verhält sich in der Regel sehr ruhig. Die meisten Arten verbringen ihre Zeit damit, kleine Insekten oder Spinnen zu fangen, um ihre Larven zu ernähren. Sie sind wertvolle Verbündete für Ihren Garten!


Die schwarze Wespe
Der Begriff „schwarze Wespe“ bezeichnet nicht eine einzige Art, sondern mehrere Arten, deren Körper vollständig oder fast vollständig schwarz ist. Die meisten davon sind Einzelgänger, wenig aggressiv und werden selten in großer Zahl beobachtet.
Die Grabwespe oder Holzwespe
Grabwespen graben ihre Nester in den Boden, während bestimmte Arten, die manchmal als „Holzwespen“ bezeichnet werden, bereits vorhandene Gänge in Totholz oder hohlen Stängeln nutzen. Sie leben allein, bauen keine großen Nester und tragen auf natürliche Weise zur Regulierung vieler Insekten bei. Auch hier stechen sie nur sehr selten.

Wie unterscheidet man eine Wespe von einer Biene?
| Kriterium | Wespe | Biene |
| Körper | Glatt und kaum behaart | Stämmiger und behaarter |
| Farbe | Gelb und Schwarz in starkem Kontrast | Braun-, Gelb- oder Orangetöne |
| Ernährung | Je nach Art Allesfresser | Nektar und Pollen |
| Stich | Kann mehrmals stechen | Die Honigbiene verliert in der Regel ihren Stachel |
| Verhalten | Von bestimmten Lebensmitteln angezogen | Vor allem von Blumen angezogen |
👉 Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um eine Wespe oder eine Biene handelt, schauen Sie sich zunächst den Körper an. Eine Biene wirkt runder und behaarter, während eine Wespe eine schlankere Silhouette mit einer deutlich ausgeprägten Taille hat.

Was ist der Unterschied zwischen einem Wespen- und einem Bienenstich?
Die Wespe kann mehrmals stechen, während die Honigbiene nach dem Stechen ihren Stachel verliert und anschließend stirbt.
Nach einem Bienenstich bleibt der Stachel oft in der Haut stecken. Sie können ihn schnell entfernen, ohne dabei auf den Giftbeutel zu drücken.
Reinigen Sie in beiden Fällen die Stelle, kühlen Sie sie und achten Sie auf das Auftreten ungewöhnlicher Symptome. Bei Atembeschwerden, Unwohlsein, mehreren Stichen oder einer allergischen Reaktion rufen Sie sofort die 15 oder die 112 an.
Was ist der Unterschied zwischen einer Wespe und einer Hornisse?
Wussten Sie das? Auch die Hornisse ist eine Wespe. Sie gehört zur gleichen Insektengruppe, ist jedoch größer und kräftiger als die Wespen, die man üblicherweise in Gärten antrifft. In Frankreich kommen die asiatische Hornisse (Vespa velutina) und die europäische Hornisse (Vespa crabro) vor.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Wespe und einer Hornisse:
| Kriterium | Wespe | Hornisse |
| Größe | Etwa 1 bis 2 cm | Bis zu 3,5 cm, je nach Art |
| Farbe | Gelb und Schwarz in starkem Kontrast | Dunkler, mit braunen, rotbraunen oder orangefarbenen Nuancen |
| Kopf | Schlank und langgestreckt | Breiter und massiver |
| Nest | Graues Papier, unter einem Dach, in einer Wand, in einem Baum oder im Boden, je nach Art | Kugelförmig oder leicht oval. Die Hülle besteht aus dünnen Schichten zerkleinerter Holzfasern und hat ein „Kraftpapier“-ähnliches Aussehen. |

Grundsätzlich greift eine einzelne Wespe oder Hornisse nicht an. Stiche treten meist dann auf, wenn sich das Insekt bedroht fühlt oder wenn man sich seinem Nest zu sehr nähert.
Lesen Sie auch: Was tun bei einem Hornissennest?
Wie erkennt man ein Wespennest?
Die Art des Nestes hängt von der jeweiligen Art ab.
- Soziale Wespen bauen ein Nest aus zerkauten Holzfasern, das wie graues Papier aussieht.
- Einzelgängerische Wespen verwenden eher Erde oder Lehm.
- Erdwespen graben ihre Gänge direkt in den Boden.

Wespennest unter dem Dach oder in einer Wand
Unter dem Dach, auf dem Dachboden oder in einer Hohlwand – das sind die Orte, an denen man am häufigsten Wespennester findet. Das Nest ist in der Regel geschlossen, rund und besteht aus dünnen Schichten grauen Papiers.
Von außen sind jeweils nur wenige Wespen zu sehen, die durch eine einzige Öffnung ein- und ausfliegen.
Wespennest im Boden
Bei manchen Arten ist das Nest selbst nicht sichtbar, da es in einem Loch im Boden verborgen ist, zu dem die Wespen immer wieder hin- und herfliegen.
Ein unterirdisches Wespennest kann man beispielsweise beim Rasenmähen entdecken.


Nest einer Mauerwespe an einem Fenster
Diese Art von Nest besteht aus kleinen Röhrchen oder Zellen aus getrocknetem Lehm, die oft an einer Wand, einem Fensterrahmen, einem Fensterladen oder unter einem Dachvorsprung befestigt sind. Sie sind klein und beherbergen jeweils nur eine Larve pro Zelle.
Kleines Nest oder Kolonie: Wie lassen sie sich unterscheiden?
Im Frühjahr beginnt eine Königin allein mit dem Bau eines kleinen Wespennests, das oft nur wenige Zentimeter groß ist. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Kolonie aus nur sehr wenigen Individuen.
Im Laufe der Wochen vergrößern die ersten Arbeiterinnen das Nest nach und nach. Im Sommer kann ein ausgewachsenes Volk je nach Art mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Wespen umfassen.

👉 Wenn Sie an derselben Stelle ein reges Kommen und Gehen von Wespen beobachten, ist das Nest wahrscheinlich bereits gut ausgebaut. In diesem Fall sollten Sie jegliches Eingreifen vermeiden und Abstand halten.
Lesen Sie auch: Wespenstich und Wespennest: Was tun?
Wie sieht der Lebenszyklus einer Wespe aus?
Das Leben einer Wespe erstreckt sich in der Regel über ein Jahr. Nur die zukünftigen Königinnen überleben den Winter, um im folgenden Frühjahr ein neues Nest zu gründen.
1. Zu Beginn des Frühlings
Die im vorangegangenen Herbst befruchtete Wespenköniginverlässt ihren Unterschlupf. Sie baut ein erstes Nest und legt die ersten Eier ab. Nach einigen Tagen schlüpfen aus den Eiern Wespenlarven, die sich anschließend in Arbeiterinnen verwandeln.
Von diesem Zeitpunkt an verlässt die Königin das Nest fast nicht mehr. Die Arbeiterinnen übernehmen die Aufgaben: Sie vergrößern das Volk, füttern die Larven und suchen nach Nahrung.
2. Im Sommer
Die Population wächst schnell. Die Wespen fangen zahlreiche Insekten, um die Larven zu füttern. Die erwachsenen Wespen ernähren sich hauptsächlich von zuckerhaltigen Substanzen wie Nektar, reifen Früchten oder Honigtau. In dieser Zeit sind sie auch am häufigsten in der Nähe von Essensquellen anzutreffen.
3. Am Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes
Das Volk bringt Männchen und neue Königinnen hervor. Nach der Paarung suchen die zukünftigen Königinnen einen Unterschlupf, um den Winter zu überstehen. Die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Männchen sterben mit Einbruch der Kälte nach und nach ab.
👉 Die Lebensdauer einer Wespe hängt von ihrer Rolle ab. Eine Arbeiterin lebt in der Regel einige Wochen, während eine Königin dank ihrer Überwinterung mehrere Monate überleben kann.

Sind Wespen nützlich?
Ja, obwohl sie unbeliebt und manchmal lästig sind, tragen sie zum Gleichgewicht eines ganzen Ökosystems bei. Das Amt für Insekten und ihre Umwelt (Opie) weist darauf hin, dass die Wespe ein für die Umwelt nützliches Insekt ist.
Soziale Wespen regulieren zahlreiche Insektenpopulationen wie Blattläuse oder Raupen. Ein Nest kann täglich bis zu 80.000 Beutetiere verzehren! Auch solitäre Wespen helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen; sie werden übrigens als Mittel der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt.
Auch wenn sie weniger als Bienen zur Bestäubung beitragen, tragen Wespen auf ihrer Suche nach Nektar ebenfalls zur Bestäubung bei.